Thinking aloud! Was einst die Bezeichnung war von Methoden zur individuellen Analyse von Systemen - ist heute ein Gesellschaftsprinz. Genauer gesagt die Methode der Kommunikation. Noch konkreter: die Kommunikation mit den neuen Kommunikationswegen. Diese Entwicklung ist auch ein eindeutiger Beweis dafür, dass das Ökosystem - also die Umstände, entscheidend sind für die Entwicklung der Kommunikation. Das was möglich ist, wird auch genutzt - sofern es einen Vorteil verspricht. Und das scheinen Soziale Netzwerke im Web eindeutig zu erfüllen. Facebook zählt zum jetzigen Zeitpunkt (Mai 2011) knapp 700 Millionen Nutzer, die mehr oder minder regelmäßig auf der Seite verkehren. Es wird sich mitgeteilt und es werden Vorlieben und Abneigungen präsentiert. Aber das worum es im Kern geht: die eigene Meinung.
Die eigene Meinung schafft Identität. Und der Mensch will individuell sein. Soziale Netzwerke ermöglichen eine individuelle Präsentation der eigenen Persönlichkeit. Es gibt Menschen, die das mehr oder auch weniger "brauchen". Es gibt Menschen, die das Bild überzeichnen oder tiefstapeln. Es gibt Menschen, die sich verkleiden oder verstecken. Und es gibt komplette Verneiner.
Irgendwie logisch, dass das Leute mehr nutzen, die ein gesteigertes Interesse an Reputation haben. Das sind vor allem Leute, die auch davon leben, öffentliches Interesse anzuhäufen. Unternehmen, Unternehmer, Musiker, Künstler, Politiker usw. Zusammengefasst: Meinungsmacher. Aber irgendwie werden jetzt alle zu Meinungsmachern - und zu Entscheidern. Die eigene Meinung bekommt durch die eigene Stimme ein Gewicht. Beides beflügelt sich. Und das erkennen immer mehr Menschen auf der Welt. Denn: die neue Kommunikationsform Internet ermöglicht eine a) interdisziplinäre Kommunikation und b) eine Kommunikation durch die verschiedenen sozialen Schichten hindurch. Die westliche Gesellschaft entwickelt sich zu einer "Feedback-Kultur".
Auf die Biologie übertragen nennt sich das Rückkopplungsschleife. Die Wirkung einer Sache wird zur Ursache selbiger und / oder anderer. Kaskadeneffekte, große und kleine Kausalität - alles Prinzipien, die bei der Entwicklung sozialer Systeme eine Rolle spielen. Nur was spielt sich da eigentlich genau ab? Die Leute sprechen "ungefragt" ihre Meinung aus - weil sie es können und weil ihnen jemand zuhört. Erst wenige und dann immer mehr Leute stimmen zu oder sprechen sich dagegen aus. Sie dokumentieren aber auch ihr Leben und was um sie passiert. Manchmal passieren wirklich schlimme Dinge in ihrer Umgebung. Beispiel naher Osten, Nordafrika oder Japan. Viele Kulturen konvergieren irgendwo und diese Schnittmenge bildet sich als Kern einer Kultur heraus, die Über die Ländergrenzen hinweg denkt. Und diese Kultur oder auch Gesellschaft schreibt sich z.Z. ihre Regeln noch selbst. Vielleicht ist das gut, vielleicht nicht. Man wird sehen.