Ich stelle mal so unverblümt die Frage: warum vergessen Websites eigentlich nicht auch mal ein paar Daten der Benutzer? Denn wie schon so viele Gelehrte sagen: das Intenet nimmt uns ab, die Dinge auch zu merken. Andere sage: "Man muss nicht alles wissen, aber wissen, wo es geschrieben steht." Und das ist es auch, was wir die ganze Zeit machen. Wir merken uns nur noch den Verweis zu einer Information, aber nicht die Information selbst.
Das Internet bzw. die Macher verfolgen eines: sie Jagen und Sammeln Informationen. Und da sie nicht so recht verschwinden die Informationen, werden es immer und immer mehr. Tag für Tag. Ob in Foren und Communities, in den Postfächern der Mail-Konten oder einfach nur als Short Message. Jede Kommunikation wird abgespeichert und konserviert. "Damit man später nochmal nachschlagen kann". Haha. Was bringt uns denn immer diese "Mitschrift" zwischenmenschlicher Kommunikation? Man stelle sich nur vor, jemand würde einen Abend auf einer Party protokollieren. Heraus käme einfach nur Papiermüll. :)
Und dieser Datenmüll im Netz benötigt Ressourcen. Unsagbar viele Ressourcen. Einfach nur die Bereithaltung eines Gesprächsprotokolls kostet m.E. mehr Ressourcen, als wir vielleicht davon im Endeffekt haben.
Darum frage ich mich, ob man zufünftig nicht die Funktion des Vergessens mit in seine Anwendungen integriert? Natürlich muss man sich der Konsequenzen im Klaren sein und wissen, dass entfernte Einträge aus einer Konversation einen Monolog machen können. Der Kontext kann total zerstört werden. Das würde aber bedeutet, dass es nicht um das pure Löschen der Information ginge, sondern mehr um eine Abkoppelung von der Person, die bspw. einen Foren-Thread eröffnet hat. Die Informationen müssten mit der Zeit anonymisiert werden. Andere Daten wie Postfächer müssten einfach ein Verfallsdatum haben, wonach die Nachricht einfach gelöscht wird.
Aber auch den kompletten Zugang kann man doch eine Lebensdauer geben. Wenn man in einem Web2.0 Profil auswählen könnte:
"Nach zwei Jahren wird mein Profil automatisch gelöscht, wenn ich nicht in 14 Tagen nach der Erinnerung per Mail reagiere."
oder
"Kontextlose Kommentare nach sechs Monaten entfernen."
oder
"Postein- und ausgang maximal sechs Monate protokollieren."
oder
"Gästebuch maximal sechs Monate protokollieren."
usw.
Wobei die Dauer wählbar sein sollte. Wer unbedingt alles und für immer gespeichert haben will, soll das gerne können dürfen.
Hier und da sieht man schon derartige Funktionalität. Doch oft bleibt nichts anders übrig, als die generelle Vermeidung oder die manuelle Gedächtnis-Pflege. Beides sind keine Alternativen. Ich möchte festlegen können, wie meine Daten vergessen werden sollen. :)
Und vielleicht berücksichtige ich das mal bei einem Projekt. Schaunmermaldannsehnmerschon
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