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Adobe vs. Apple

Irgendwann fing es irgendwie an. Sie hießen erst Gadgets oder Widgets und waren ganz klein. Großgewachsen hießen sie Apps [Äpps] - also Applications. Eigentlich stammt von dort auch die Bezeichnung "Rich Internet Application" - kurz RIA. Funktionsreiche Anwendungen im Handtaschenformat aus echter Web-Technologie - so das allg. Verständnis. Dahinter stehen Kontrahenten, die um die Gunst der Internet-Nutzer buhlen. Diese Technologieführer kämpfen mit aller Macht um die technologische Pool-Position. Um Namen zu nennen: Adobe mit Flash und der Adobe Integrated Runtime (AIR), Apple mit ihren iPhone und iPad-Apps und Microsoft mit Silverlight. Der Mitstreiter Java wurde von den anderen, und vor allem von Flash, zusehens aus dem Browser verdrängt.

Zwar gab es vor den iPhone-Apps schon Applications (RIAs), vor allem von Adobe, doch der Hype kam von Apple. Mit der systematischen Monetarisierung zeigte Apple, dass sich daraus ein Markt machen lässt. Diesen Markt nehmen und nahmen viele Entwickler sich an, in der Hoffnung, ein bisschen vom großen Äpp-Kuchen abhaben zu können. Zugegeben, die Success-Stories einiger genialer iPhone-Apps sprechen für sich - doch die Mähr an Schrott ist nicht zu übersehen.

Was bei Adobe aus Verzeiflung mit in der App-Datenbank landete, ist nicht mehr feierlich und vieleicht auch ein bisschen peinlich. Es könnte den Anschein erwecken, dass es einfach keinen Interessert. Und dem ist vielleicht auch tatsächlich so.

Klar ist: bei Apple gibt es eine klare Motivation: Kohle! Knete, Zaster, Pinke-Pinke, Asche, Moneten, Euros und Dollars...

Und diesen Zug hat Adobe eindeutig verpasst. Wobei der technologische Erly Bird in diesem Falle trotzdem nicht Apple ist. Apple hat schnell erkannt und schnell und konsequent reagiert. Apple schafft Märkte, wo eigentlich keine sind. Das ist wahrlich eine Leistung. Doch zu welchem Preis?

Apple hat nun Kontrolle. Technolgisch kann Apple nun Konsumenten in eine, ihre Richtung lenken. Die mag auf den ersten Blick vielleicht auch ganz brav sein, da ja bittschön alles auch in HTML und Javascript möglich ist - doch die Runtime, der Kern ist Apple überlassen.

Zugegeben, Flash hat das technologische Web-Video-Monopol, und es mag dem einen oder anderen nicht bekommen, dass diese Technologie in fremden Händen, bzw. nur in einer Hand ist. Zugegeben, da ist was dran. Und alle Initiativen den Video-Standard im Web zu demokratisieren, sollten weiter verfolgt werden. Adobe hat aber bisher auch überzeugende Argumente, ihren Standard zu nutzen. Flash Video ist nicht schlecht.

Lehren aus der Vergangenheit werden anscheinend komplett ignoriert - ja sogar fahrlässig missachtet. Der einstige Kampf und VHS und Beta wurde letztendlich zu Ungunsten der Verbraucher geführt - und es hat den Anschein, als würde sich die Geschichte wiederholen.Und Apple hat ja Quicktime. Was übrigens ähnlich anfällig ist für Code-Injection. Und Quicktime ist auf Apple-Hardware nun mal der Status Quo. Da gibts nix anderes. Zumindest könnte man Apples Initiativen auch darauf hin deuten. Wer weiß.

Was Apple macht, ist Ausgrenzung und Software-"Säuberung". Als Deutscher ist mir das irgendwie bekannt. Ich überlege nur noch woher...