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Atomenergie ohne Morgen

Lange ist's her, als ich hier was schrieb. Und der letzte Artikel befasst sich auch mit der fiktiven aber unterhaltsamen Seite einer atomaren Katastrophe. Mit dem Computerspiel "Fallout - New Vegas". Darin steuert der Spieler seinen Avatar durch eine post-apokalytische Landschaft. Das Szenario zeigt das Leben nach einem Fallout - einen atomaren Regen. Ein Regen, der wie bei Tschernobyl radioaktives Material, feinste Partikel aus der Luft herauswäscht und Boden, Flora und Fauna verseucht. Die Lebensbedingungen für jeder Art von Überlebenden haben sich dramatisch reduziert auf essenzielle Bedürfnisse. Der Kampf um das eigene Überleben beherrscht das Miteinander. Der Stärkere überlebt. - Natürlich ist das ein fiktives Computerspiel-Szenario. Allerdings haben sich die Spielemacher auch ins Zeug gelegt und entsprechend recherchiert.

Was man in einem Computerspiel unterhaltsam rüberkommt, ist bei der aktuellen Lage in Japan eine Horror-Vision, die man dem schlimmsten Feind nicht wünscht. Ein atomarer Unfall. Also eine unkontrollierte Reaktion, die sich verstärkt, da die Kontrollmechanismen versagten. Es fehlt die Bremse. Ein AKW ist nichts anderes als eine überdimensionale und komplizierte Bremse mit Ventil. Was aus dem Ventil auskommt, macht mittels Dynamo Strom. Damit das alles funktioniert, benötigt man Wasser. Soweit, sogut. Aber was, wenn die Bremse versagt? Dann wird das Auto in kürzester Zeit sehr schnell und das Ausrollen dauert Jahre.

In Fukoshima wird versucht, die Bremse wieder in Gang zu bekommen. Denn wenn eine Kettenreaktion erstmal läuft, ist da auch schwer mit menschlichen Mittel das Feuer zu kühlen und die Reaktion zu verlangsamen. Also ausrollen lassen? Wenn das passiert, dann kann man nur hoffen, dass das Wetter günstig ist und der Wind für die Verteilung über dem Meer sorgt. Es ist aber auch abhängig, wieviel Qualm und Dampf aufsteigt, der radioaktives Material mitträgt. Es gibt es einige Faktoren.

Aber jetzt mal ehrlich: kann das auch bei uns passsieren? Sollte ein AKW wie in Fukushima aussteigen, dann ist bei uns genauso Feierabend. Die Volkswirtschaft geht in jedem Falle runter in den Keller. Also hier in Europa definitiv. Dafür stehen hier viel zu viele AKWs herum. Olle Teile, die gegen nichts und niemanden gesichert sind. Egal ob in Frankreich, Deutschland oder sonstewo.  Es wird gerufen, dass die Kausalität bei dieser Art Energie zu erzeugen sehr groß ist. Also eine kleine Ursache eine große Wirkung haben kann. Und das wir uns überlegen sollten, ob wir der Art Technik überhaupt nutzen wollen. Lieber fallen ein paar Windräder um und dann ist gut.

Nunja. Es wird aber sich auf der "großen Zahl" ausgeruht. Merkel selbst sagt, dass es sich um einen nicht zu erwarteten Zwischenfall handelt. Sowas kann immer passieren. Was kann denn noch "immer" passieren? Es wird immer von einem Asteroidenschauer gesprochen. Mal ehrlich: und was ist mit Sonnenwind? Mit hochenergetischen Teilchen, die, je nach Gesamtleistung, flächendeckend Transformatoren killen können? Wenn sowas passiert und großflächig AKWs aussteigen, dann haben wir es defivinitiv erlebt. Ich will es nicht hoffen. Klar ist zumindest, dass dieses Ereignis nicht vorhersehbar ist. Es kann immer oder nie passieren. Was man machen kann: Minuten oder Stunden vorher Vorkehrungen treffen. Wenn allerdings solch ein Wind Tage oder gar Wochen andauert - dann nützt uns eine Notabschaltung gar nicht - dann haben wir langsam viele Fukushimas.

Hier noch ein paar Links:

http://www.spiegel.de/thema/fukushima
http://www.spiegel.de/thema/tschernobyl
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1287058/Das-verdrängte-Risiko
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1221300/Operation-Wüstenstrom
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/833664/Das-Sonnenexperiment