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Enceladus lebt?

Enceladus ist einer von 62 bisher gezählten Saturnmonden und der sechstgrößte. Dieser Mond hat eine Besonderheit: er besteht zum größten Teil aus Wasser. Wasser in gefrorenen Zustand. Also Eis. Viel Eis. Dieses ist erstmal nicht so zu gut fürs Leben, doch in der Tiefe kann flüssiges Wasser vorhanden sein. Und was das bedeutet, sehen wir auf der Erde.

Es gibt die schlüssige Theorie, dass Leben bei uns an sog. "schwarzen Rauchern" entstanden sein könnte. Schwarze Raucher sind hydrothermale Quellen im Ozean. Dort sollen sich die einfachsten chemischen Bausteine zu simplen Zellen gefunden haben. Es zeigt sich auch immer mehr, dass es Leben auf der Erde gibt, wo wir gar keins vermuten: in den dunkelsten Tiefen des Ozeans oder in den dunkelsten Grotten und Höhlen. Licht ist für Leben nicht zwingend notwendig.

Und diese "Wärmespender", die Thermalquellen, wird es auch auf Enceladus geben. Dort schießen sog. Jets oder auch Geysire empor und erzeugen sogar eine kleine Atmosphäre aus Wasser- und Eispartikeln. Klar ist zumindest: wo Eis auf Hitze trifft, gibt es flüssiges Wasser. Und Wasser ist das Non Plus Ultra in Sachen Lebensbaustein. Der wichtigste schlechthin.

Enceladus ist also den eigenen vulkanischen Aktivitäten ausgesetzt und zum anderen der krassen Wechselwirkung zum Saturn, dem zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems. Dieser müsste den Mond auch noch so richtig schön durchkneten. Das sieht man übrigens an den Form der Risse in der Oberfläche. Die Kraft die dabei wirkt ist die Gezeitenkraft. Das, was bei uns Ebbe und Flut hervorruft. Und diese Gezeitenkraft bricht einmal den Eispanzer regelmäßig auf und reibt die Bruchstücke. Und Reibung erzeugt in der Regel Wärme. Wärme lässt Eis schmelzen.

Also gibt es gleich zwei Möglichkeiten, auf einem Eisplanet(oid)en zu flüssigen Wasser zu kommen. Und wo flüssiges Wasser ist, da kann Leben nicht fern sein. Denn auch auf der Erde bildeten sich unmittelbar nach den ersten Entstehungskatastrophen sehr primitives Leben. Bis zum Menschen hat's eine Weile gedauert, primitives Leben gab es schon sehr früh.

Und zuletzt hat man auf der Erde "extra terrestrisches Leben" geortet: Im russischen Vostok-See der von einer 4km dicken Eisschicht bedeckt ist, kann und soll Leben existieren, wie wir es im Rest der Welt wahrscheinlich nicht finden werden. Dort existiert ein über Millionen von Jahren komplett abgegrenztes Ökosystem. Das Leben in diesem Ökosystem MUSS sich so entwickelt haben, wie vielleicht das Getier in den Tiefen von Enceladus.

Übrigens: der Vostok-See wurde bis heute noch nicht angebort. Die Wissenschaftler sind sich nicht einig, wie das passieren soll, um den See nicht zu kontaminieren. Aber dieses Jahr soll es soweit sein - wir sind gespannt.

EnceladusE